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Ich habe ein Cyberdeck aus einem 45-Euro-Handy gebaut — ohne Root

Ein gebrauchtes Pixel 6a für 45 Euro, kein Root, kein teures Setup — und trotzdem ein dauerhaft laufender KI-Agent. Die ehrliche Ursprungsgeschichte hinter HUNTER, mit allen Kosten und Grenzen.

Ich habe ein Cyberdeck aus einem 45-Euro-Handy gebaut — ohne Root

Ich habe ein Cyberdeck gebaut — aus einem gebrauchten Google Pixel 6a für 45 Euro. Kein Root, kein teures Setup, kein Server im Keller. Und trotzdem läuft darauf ein mobiler KI-Agent, der mehrere Agenten betreibt, zeitgesteuerte Aufgaben ausführt, ein Langzeitgedächtnis verwaltet und sogar überlebt, wenn Android versucht, ihn zu töten.

Das klingt nach einer Erfolgsgeschichte. Aber der Weg hierher war alles andere als gerade. Er begann nicht mit einem Plan, sondern mit einem alten Raspberry Pi, einer vagen Idee und der Frage, ob man so etwas wirklich ohne viel Geld bauen kann. In diesem Beitrag erzähle ich die ehrliche Geschichte von Anfang an — inklusive der Kosten, der Fehlschläge und der Grenzen, die ich unterwegs entdeckt habe.

Der Anfang: Ein Raspberry Pi, der nie ein Cyberdeck wurde

Die Idee zu einem Cyberdeck ist nicht neu. Sie liegt irgendwo zwischen Bastler-Traum und Science-Fiction: ein kompaktes, tragbares Gerät, das man aufklappt, tippt und mit dem man überall arbeiten kann. Viele bauen so etwas aus einem Einplatinencomputer, einem Display und einer Tastatur. In der Maker-Szene ist der Raspberry Pi dafür der de-facto-Standard.

Ich hatte seit Jahren einen Raspberry Pi 2 herumliegen. Immer wieder nahm ich ihn in die Hand, spielte damit herum und holte mir irgendwann ein Touch-Display dazu. Es war spannend, mit dem Teil zu arbeiten. Und im Hinterkopf hatte ich immer denselben Gedanken: Vielleicht baue ich da noch eine Tastatur an und mache daraus so eine Art Cyberdeck.

Das war die ursprüngliche Idee. Sie blieb lange eine Idee — weil ein Cyberdeck aus Einzelteilen schnell teuer wird, und weil ich nicht wusste, ob sich der Aufwand lohnt. Ein fertiges Raspberry-Pi-Cyberdeck mit Display, Tastatur, Akku, Gehäuse und Kühlung kostet schnell zwischen 300 und 500 US-Dollar. Das war mir für ein Experiment, von dem ich nicht wusste, ob es mehr als eine Spielerei wird, zu viel.

Düsteres Comic-Bild: selbstgebauter Cyberdeck-Laptop, aus dessen Display eine leuchtende Digitalfigur emporsteigt
Vom improvisierten Bastelprojekt zum mobilen System.

Der Wendepunkt: Ausprobieren, aber ohne viel Geld

Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich es einfach ausprobieren wollte. Aber ich wollte nicht viel Geld in ein Projekt stecken, dessen Ausgang völlig offen war. Der Raspberry-Pi-Weg schied damit aus — die Einzelteile, das Gehäuse, die Tastatur, das alles summiert sich schnell.

Also recherchierte ich bei Google, ob man so etwas nicht auch mit einem alten Handy umsetzen kann. Die Suche spuckte ein paar Geräte aus, unter anderem das Google Pixel. Ein gebrauchtes Pixel 6a war für rund 45 Euro zu haben. Das war ein Preis, mit dem ich leben konnte. Ein komplettes Cyberdeck aus einem gebrauchten Pixel, einer Tastatur, einem Winkelstecker und einem 3D-gedruckten Gehäuse kommt auf rund 78 Euro — ein Bruchteil dessen, was ein Raspberry-Pi-Cyberdeck kostet.

Die erste Vorstellung: Ubuntu aufs Telefon

Meine Vorstellung war zunächst simpel: Ich wollte Ubuntu als Betriebssystem auf das Smartphone spielen und daraus einen kleinen Linux-Rechner machen. Ein kompaktes Cyberdeck, das in die Hosentasche passt.

Es hat nicht lange gedauert, bis diese Vorstellung an der Realität scheiterte. Es funktioniert nicht einfach so. Man bekommt auf einem normalen Android-Gerät keine richtigen Root-Rechte. Und ohne Root sind viele Dinge nicht möglich — bestimmte Befehle im Terminal laufen schlicht nicht, weil das System sie nicht erlaubt. Ein festes Ubuntu auf dem Pixel zu installieren ist praktisch kaum machbar: Der Google Tensor-Chip hat kaum Custom-ROM- oder Linux-Unterstützung, und selbst der experimentelle Mainline-Kernel bringt viele Einschränkungen mit sich.

Das hätte das Ende der Geschichte sein können. Stattdessen war es der Anfang.

Die Lücke: Ein Cyberdeck ohne Root

Die meisten überspringen Android ohne Root als Plattform für einen Agenten, weil kein Root als Dealbreaker gilt. Wer einen starken PC hat, braucht diesen Umweg nicht. Aber ich hatte fast nichts — nur ein günstiges Handy und die Neugier, ob es trotzdem geht.

Genau in dieser Lücke liegt das eigentliche Projekt. Nicht ich habe ein teures Gerät gebaut, sondern ich habe herausgefunden, dass es fast nichts kosten muss und trotzdem mehr kann. Der unkonventionelle, undokumentierte Weg war der einzige, der funktionierte.

Was daraus wurde: Ein mobiler KI-Agent

Aus der Idee wurde ein System, das heute dauerhaft läuft. Die Grundlage ist Termux, eine Linux-Umgebung für Android, in der ein PRoot-Ubuntu-Container läuft. Darin arbeitet ein Hermes-Agent, ein Gateway wartet in tmux auf geplante Aufgaben, und ein Watchdog überwacht den Herzschlag.

Das Denken passiert in der Cloud, die Orchestrierung läuft lokal auf dem Gerät. Kein Root, kein teures Setup — und trotzdem ein Agent, der sich selbst verbessert, im Hintergrund läuft und von überall fernsteuerbar ist. Die Architektur ist bewusst schlank gehalten: Termux als Basis, PRoot-Ubuntu als robuste Umgebung, tmux für die Sessions, und ein Watchdog, der den Gateway bei einem Absturz in etwa zwei Sekunden neu startet.

45 €Gebrauchtes Pixel 6a
78 €Hardware gesamt
88hRekord ohne Unterbrechung
0OOM-Kills seit Härtung

Die ehrlichen Kosten

Ein wichtiger Punkt, den ich nicht verschweigen will: Das Setup ist günstig, aber nicht kostenlos. Es gibt zwei Ebenen. Einmalige Hardwarekosten: Gebrauchtes Google Pixel 6a für 45 Euro, Rii-Tastatur für 22,90 Euro, USB-C-Winkelstecker für 5 Euro, 3D-gedrucktes Gehäuse für rund 3 Euro, Strom für rund 2 Euro. Gesamt rund 78 Euro.

Laufende Kosten pro Monat: ChatGPT-Abo für den Coding-Agenten für 22,90 Euro, Ollama-Abo für Cloud-Inferenz für Hermes für 20 Euro, Aldi-Talk-SIM für eine feste Internetverbindung für rund 10 Euro. Gesamt rund 53 Euro pro Monat.

Diese Zahlen sind ehrlich. Kostenlos bezieht sich auf viele Softwarekomponenten und die Möglichkeit, vorhandene Hardware zu nutzen — nicht auf jede denkbare Nutzung. Wer das Setup nachbauen will, sollte diese Kosten kennen.

Nicht ich habe ein teures Gerät gebaut, sondern ich habe herausgefunden, dass es fast nichts kosten muss und trotzdem mehr kann.

Die ehrlichen Zahlen zur Stabilität

Die ehrliche Grenze: Android killt Hintergrundprozesse bei Speicherdruck — immer. Das ist ein fundamentaler Mechanismus des Kernels, den keine Einstellung abschaltet, auch nicht Unbegrenzt oder Wake-Lock. Am 28. August wurde der Gateway um 18:44 per SIGKILL beendet, obwohl Termux auf Unbegrenzt und mit Wake-Lock lief. Das System ist deshalb darauf gebaut, Kills zu überstehen, nicht sie zu verhindern. Seit der Härtung blieb der Speicherdruck niedrig, daher null Kills.